XING – Kontaktanfrage nur noch mit Premium-Mitgliedschaft [Update]

Ich nutze XING sporadisch, v.a. um über Tätigkeits- und Unternehmenswechsel meines E-Commerce und Startup-Umfelds informiert zu werden. Da ich darüberhinaus keine weitere XING-Funktionalität nutze,bin ich sozusagen XING-Basismitglied aus Überzeugung. Bisher konnten auch Basismitglieder Kontakte hinzufügen und dabei eine kurze Nachricht zur Kontaktanfrage (ca. 200 Zeichen) beifügen. Die Vernetzung ist schließlich die erste und wichtigste elementare Funktion, sowohl für die Mitglieder als auch für ein soziales Netzwerk wie XING an sich. Mit einer Änderung am 26.04.2016 beendet XING diese Möglichkeit nun und versperrt Basismitgliedern eine persönliche Kontaktanfrage. Diese ist nun Premium-Mitgliedern vorbehalten. Lediglich ein anonymes „Kontakt hinzufügen“ ist nun möglich.

 

Drängen zu Premium-Mitgliedschaft

Auch wenn ich diesen Beitrag bis hieher bewusst subjektiv verfasst habe. Es bleibt abzuwarten, wie viele Basismitglieder sich für eine kostenpflichtige Premium-Mitgliedschaft entscheiden, wenn XING die Conversion durch das Mittel der Einschränkung einer bekannten und elementaren Basis-Funktion erreichen möchte. Meiner Einschätzung nach fährt hier XING definitiv die falsche Strategie. Denn den monetären Mehreinnahmen der vermutlich überschaubaren Anzahl an Upgrade-willigen steht eine reduzierte Aktivität der Mehrzahl der Basis-Mitglieder gegenüber – Stichwort „Toter Account„.

 

XING Kontakt hinzufügen an

Die Eingabemaske einer Nachricht ist bei Basismitgliedern weiterhin vorhanden. Quelle: Screenshot XING

XING Premium an

Bei einem Klick ins Nachrichten-Feld erscheint nun die unumgängliche Werbung für den Premium-Account. Quelle: Screenshot XING

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Wert der Daten

„Xing versteht den Wert der Daten nicht“ ist oft die Aussage bei Gesprächen über das Geschäftsmodell. Diese Anschuldigung muss sich XING u.a. deshalb gefallen lassen, weil von der Masse an passiven Usern monatliche Einnahmen über den Zugewinn von Daten (im XING-Fall Verbindungen, Post, Kommentare) gestellt werden. Die Monetarisierung der Daten wäre hingegen wesentlich nachhaltiger als der Verkauf von monatlichen Zugängen. Durch Gebühren, die bereits kurz nach Registrierung vom User verlangt werden, macht sich XING auch gegenüber dem nächsten „Social Network“ angreifbar. Ob dies im beruflichen Kontext genauso gilt wie aktuell im privaten Social-Bereich (Snapchat & Co) bleibt natürlich abzuwarten.

[Update 28.10.2016] In der Basis-Mitgliedschaft sind Nachrichten wieder möglich

Wie zu erwarten war, hat diese Umstellung nicht lange (ca. 1 halbes Jahr) gehalten. Interna zu der Entscheidung oder ein offizielles Statement liegen leider nicht vor. So kann man nur spekulieren, ob XING den kleinen aber feinen strategischen Fehler eingesehen hat, oder ob die Änderung einer größeren Entscheidung folgte. In jedem Falle sind die zuvor genannten Aussagen (Daten wertvoller als kurzfristige Monatsgebühren) weiterhin gültig.

 

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Showing 3 comments
  • A.S.
    Antworten

    Musste ich heute leider auch feststellen. Ich teile voll und ganz ihre Meinung… Frust bei Basismitgliedern vs. einer überschaubaren Anzahl Upgrades zu Premium-Mitgliedschaften.
    Xing sollte sich vor Augen halten, dass dessen Angebot für die Vielzahl an Usern nicht allein durch die Kontakte mit Premium-Mitgliedschaft interessant ist. Auch die Basis-Mitglieder sorgen für eine „Basis“ an interessanten Kontakten. Aber müssen die nun zu einer kostenpflichtigen Mitgliedschaft gezwungen werden?
    Aus meiner „Anwender“-Sicht definitiv der falsche Ansatz.

  • Thomas Michels
    Antworten

    Das Update vom 28.10.2016 ist interessant. Bei mir kommt nach wie vor als Basis-Mitglied die Aufforderung eine Premium-Mitgliedschaft abzuschliessen

  • AchimRS@gmx.de
    Antworten

    Stand 5.Mai 2017 kann ich mit meinem Basis Account keine Kontaktnachrichten versenden, also Xing scheint vom Zurückrudern wieder zurückgerudert zu sein… sehr nervig :-(

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